Das Herz meldet sich selten früh. Messen kann man trotzdem früh.
Herzgesundheit Berlin · Kurfürstendamm
Herzgesundheit verstehen und erhalten
Risiko · Diagnostik · Prävention · herz- und gefäßchirurgisch eingeordnet
Der erste Herzinfarkt ist fast nie der erste Hinweis. In der weltweiten INTERHEART-Studie ließen sich rund 90 Prozent des Infarktrisikos bei Männern und 94 Prozent bei Frauen auf neun beeinflussbare Faktoren zurückführen. Genau die lassen sich messen, einordnen und verändern.
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Notfallversorgung. Bei anhaltendem Druck oder Schmerz im Brustkorb gilt immer: sofort 112 rufen.
Herz-Kreislauf-Check in Berlin
Ein Termin, an dessen Ende du weißt, wo du stehst: Blutdruck, Blutfette, Rhythmus, Gefäße und Belastbarkeit – ärztlich eingeordnet, mit konkreten nächsten Schritten. Online buchbar.
Check Basis
Gefäßultraschall, Blutdruckprofil, Ruhe-EKG, Risikolabor mit Lipoprotein(a) und ApoB, Körperzusammensetzung und die ärztliche Auswertung im Gespräch. Für alle, die ihr Risiko zum ersten Mal einordnen lassen wollen.
Check Komplett
Alles aus Stufe 1, dazu Belastungs-EKG, Belastungs-Echokardiographie und Spiroergometrie mit VO₂max-Messung. Für alle, die auch wissen wollen, wie Herz und Kreislauf unter Belastung reagieren.
Welche Stufe sinnvoll ist, klären wir vor dem Termin. Ein Check ist Vorsorge, keine Notfallabklärung: Bei akuten Beschwerden gilt immer 112.
Herzinfarkt: Zeichen, bei denen du sofort 112 rufst
Beim Herzinfarkt entscheidet Zeit über den Schaden am Herzmuskel. Warte nicht ab, ob es von allein besser wird, nimm kein Schmerzmittel und fahre nicht selbst in die Klinik.
Druck, Enge, Brennen
Anhaltender Druck oder Schmerz hinter dem Brustbein, oft als Enge oder schweres Gewicht beschrieben, länger als fünf Minuten und nicht von der Körperlage abhängig.
Schmerz, der wandert
Ausstrahlung in Arm, Schulter, Rücken, Hals, Kiefer oder Oberbauch. Gerade der Oberbauchschmerz wird häufig für eine Magenverstimmung gehalten.
Luftnot, Schweiß, Angst
Plötzliche Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit, Erbrechen und ein ausgeprägtes Angstgefühl. Diese Kombination ist ein Warnzeichen für sich.
Weniger typisch, gleich gefährlich
Bei Frauen stehen häufiger Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Rücken- oder Kieferschmerz und ausgeprägte Erschöpfung im Vordergrund, ohne den klassischen Brustschmerz. Deshalb wird der Infarkt bei Frauen später erkannt.
Auch Beschwerden, die nach Minuten wieder verschwinden, gehören abgeklärt. Eine instabile Angina pectoris kündigt den Infarkt häufig an. Wähle im Zweifel 112 – nicht den Hausarzt und nicht den Bereitschaftsdienst.
Was am Herzen schiefgehen kann
Vier Bilder erklären fast alles, was in der Sprechstunde vorkommt. Sie hängen zusammen, entstehen aber unterschiedlich – und werden unterschiedlich behandelt.
Durchblutung
Koronare Herzkrankheit
Die Herzkranzgefäße verengen sich, der Herzmuskel bekommt unter Belastung zu wenig Sauerstoff.
Typisch ist Druck im Brustkorb beim Treppensteigen oder in der Kälte, der in Ruhe wieder nachlässt. Die Verengung entsteht über Jahre durch Ablagerungen in der Gefäßwand. Lange bleibt sie stumm, weil das Herz in Ruhe genug Reserve hat.
Akut
Herzinfarkt
Eine Ablagerung reißt auf, ein Gerinnsel verschließt das Gefäß.
Der Herzmuskel dahinter stirbt innerhalb von Stunden ab. Entscheidend ist nicht, wie eng das Gefäß vorher war, sondern wie instabil die Ablagerung ist – deshalb trifft der Infarkt auch Menschen, die sich beschwerdefrei fühlten.
Pumpleistung
Herzschwäche
Das Herz schafft die geforderte Leistung nicht mehr.
Luftnot bei Belastung, später auch in Ruhe, geschwollene Knöchel, nachlassende Belastbarkeit. Ursache sind meist ein abgelaufener Infarkt, jahrelanger Bluthochdruck oder Klappenfehler. Früh erkannt ist der Verlauf gut beeinflussbar.
Rhythmus
Vorhofflimmern
Der Vorhof zittert statt zu schlagen, im Herzen können sich Gerinnsel bilden.
Oft unbemerkt oder nur als Herzstolpern und Leistungsknick spürbar. Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko deutlich – und wird nur gefunden, wenn gezielt danach gesucht wird.
Woher die Belastung für das Herz kommt
Prävention bleibt beliebig, solange der Mechanismus unklar ist. Sechs Treiber erklären den größten Teil dessen, was am Herzen passiert.
Arteriosklerose
Ablagerungen in der Gefäßwand, die über Jahrzehnte wachsen und aufreißen können. Der gemeinsame Boden von Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine.
ApoB und Lipoprotein(a)
ApoB zählt die Partikel, die sich tatsächlich in der Gefäßwand ablagern, und war in INTERHEART der größte Einzelfaktor. Lipoprotein(a) ist genetisch festgelegt, wird selten gemessen und verändert bei hohen Werten die ganze Risikoeinschätzung.
Bluthochdruck
Der Herzmuskel arbeitet dauerhaft gegen zu hohen Widerstand, verdickt sich und wird steifer. Gleichzeitig leidet die Gefäßwand. Beides bleibt jahrelang beschwerdefrei.
Diabetes und Bauchfett
Insulinresistenz, erhöhte Zuckerwerte und viszerales Fett wirken gleichzeitig auf Blutdruck, Blutfette und Entzündung. Das Taille-Hüft-Verhältnis sagt dabei mehr aus als das Körpergewicht.
Rauchen, Bewegung, Ernährung
Rauchen war in INTERHEART für rund 36 Prozent der Fälle mitverantwortlich. Regelmäßige Bewegung und eine Ernährung mit täglich Obst und Gemüse waren umgekehrt mit einem deutlich niedrigeren Risiko verbunden.
Stress und Schlaf
Psychosoziale Belastung erklärte rund ein Drittel der Fälle – unabhängig vom übrigen Risikoprofil. Schlafapnoe und chronische Anspannung gehören deshalb in die Bestandsaufnahme, nicht in eine Nebenspalte.
Diese Faktoren addieren sich nicht einfach, sie verstärken sich gegenseitig. Deshalb bringt es mehr, mehrere gleichzeitig um ein Stück zu verbessern, als einen einzelnen perfekt einzustellen.
Neun Faktoren, die rund 90 Prozent erklären
Die INTERHEART-Studie untersuchte fast 30.000 Menschen in 52 Ländern. Neun beeinflussbare Faktoren erklärten zusammen 90 Prozent des Infarktrisikos bei Männern und 94 Prozent bei Frauen – in allen Altersgruppen und allen Weltregionen.
Gemessen als Verhältnis von ApoB zu ApoA1, also als Zahl der atherogenen Partikel im Verhältnis zu den schützenden. Der stärkste Einzelfaktor der Studie und zugleich der, bei dem eine Behandlung am schnellsten wirkt.
Aktuelles und früheres Rauchen gegenüber Nierauchern. Rauchen beschleunigt die Ablagerungen, erhöht die Gerinnungsneigung und macht bestehende Plaques instabil.
Chronischer Stress bei der Arbeit oder zu Hause, finanzielle Sorgen, belastende Lebensereignisse und depressive Symptome. Ein Faktor, der in der Vorsorge regelmäßig übergangen wird.
Erfasst über das Taille-Hüft-Verhältnis, nicht über den Body-Mass-Index. Viszerales Fett ist stoffwechselaktiv und treibt Blutdruck, Insulinresistenz und Entzündung gleichzeitig an.
Eine bekannte Hochdruckerkrankung in der Vorgeschichte. Entscheidend ist nicht die einzelne Messung in der Praxis, sondern das Profil über den Tag und die Nacht.
Wer nicht täglich Obst und Gemüse isst, hatte ein messbar höheres Risiko. Es geht nicht um Verzicht, sondern um die Zusammensetzung der Mahlzeiten.
Regelmäßige körperliche Aktivität war mit einem deutlich niedrigeren Risiko verbunden. Wie belastbar Herz und Kreislauf tatsächlich sind, lässt sich objektiv messen und über die Zeit vergleichen.
Ein bekannter Diabetes in der Vorgeschichte. Bei erhöhtem kardiovaskulärem Risiko sehen die aktuellen Empfehlungen ausdrücklich auch moderne Wirkstoffgruppen wie GLP-1-Rezeptoragonisten vor.
Quelle: Yusuf S et al., INTERHEART, The Lancet 2004. doi.org/10.1016/S0140-6736(04)17018-9
Selbsttest
Kurz-Check: Wo stehst du?
Acht Fragen, etwa eine Minute. Das Ergebnis ist eine grobe Einordnung, keine Risikoberechnung und keine Diagnose. Deine Angaben bleiben in deinem Browser und werden nicht übertragen oder gespeichert.
Der Kurz-Check ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Entscheidende Größen wie Lipoprotein(a), der Gefäßstatus im Ultraschall und die messbare Belastbarkeit kommen darin nicht vor. Bei akuten Beschwerden wähle bitte 112.
Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt
Die Akutbehandlung des Herzinfarkts gehört in die Klinik, in ein Herzkatheterlabor. Was danach kommt – und was davor möglich gewesen wäre – entscheidet über den weiteren Verlauf.
Akut · in der Klinik
Herzkatheter und Stent
Das verschlossene Herzkranzgefäß wieder öffnen, solange Herzmuskel zu retten ist.
Über einen Katheter wird das Gefäß aufgedehnt und mit einem Stent offen gehalten. Je kürzer die Zeit zwischen Beschwerdebeginn und Eröffnung, desto kleiner der bleibende Schaden. Diese Behandlung findet in einer Klinik statt, nicht in einer Praxis.
Danach
Sekundärprophylaxe
Verhindern, dass sich derselbe Mechanismus wiederholt.
Thrombozytenhemmer, konsequente Senkung des LDL-Cholesterins, Blutdruckeinstellung, Behandlung eines Diabetes und Medikamente, die das Herz entlasten. Nach einem Ereignis werden die Zielwerte deutlich strenger gefasst als in der Primärprävention.
Ursachenbezogen
Rhythmus, Klappen, Bypass
Wenn eine konkrete Ursache gefunden wurde.
Vorhofflimmern wird je nach Befund mit Gerinnungshemmung, Medikamenten oder Katheterablation behandelt. Klappenfehler und mehrgefäßige Verengungen können eine Operation erfordern. Beides sind Einzelfallentscheidungen im interdisziplinären Gespräch.
Langfristig
Rehabilitation und Nachsorge
Belastbarkeit zurückgewinnen und das Risikoprofil dauerhaft senken.
Strukturiertes körperliches Training unter Aufsicht, Rauchstopp, Gewichts- und Stoffwechselmanagement, regelmäßige Verlaufskontrollen. Der größte Teil des Rückfallrisikos ist beeinflussbar – vorausgesetzt, die Nachsorge wird nicht als Formsache behandelt.
Was nachweislich das Risiko senkt
Wenige Größen konsequent im Blick behalten wirkt besser als viele einmal zu messen. Acht Punkte, die in jede Bestandsaufnahme gehören.
ApoB und Lipoprotein(a)
ApoB steuert die Ablagerung in der Gefäßwand und war der stärkste Einzelfaktor. Lipoprotein(a) einmal im Leben messen – der Wert ist genetisch festgelegt und bleibt.
Blutdruck als Profil
Nicht die einzelne Messung zählt, sondern der Verlauf über Tag und Nacht. Eine konsequente Einstellung entlastet Herzmuskel und Gefäßwand gleichzeitig.
Rhythmus prüfen
Vorhofflimmern verläuft oft anfallsartig und ohne Beschwerden. Wer es findet, kann einen großen Teil der dadurch bedingten Schlaganfälle verhindern.
Rauchstopp
Der Rauchstopp senkt das Infarktrisiko innerhalb weniger Jahre erheblich. Keine andere Einzelmaßnahme wirkt in dieser Größenordnung so schnell.
Belastbarkeit aufbauen
Regelmäßige Ausdauerbelastung wirkt auf Blutdruck, Zucker, Gewicht und Gefäßfunktion zugleich. Die maximale Sauerstoffaufnahme zeigt objektiv, ob das Training greift.
Bauchumfang und Zucker
Taille-Hüft-Verhältnis, HbA1c und Nüchternglukose. Bei Diabetes mit erhöhtem Risiko gehören moderne Wirkstoffgruppen ausdrücklich in die Überlegung.
Stress und Schlaf
Psychosoziale Belastung erklärte ein Drittel der Fälle. Schlafapnoe, chronische Anspannung und depressive Symptome gehören zum kardiovaskulären Risikoprofil.
Ernährung ohne Dogma
Täglich Obst und Gemüse, pflanzliche Fette, weniger verarbeitetes Fleisch und weniger Salz. Mediterrane Kostformen schneiden in den Auswertungen am besten ab.
Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, richtet sich nach Vorgeschichte, Befund und Begleiterkrankungen. Bestehende Medikamente werden nicht ohne ärztliche Rücksprache verändert.
Was wir messen, bevor wir etwas empfehlen
Herz, Kreislauf, Lunge und Gefäße lassen sich bei uns nicht nur in Ruhe beurteilen, sondern genau dort, wo Beschwerden entstehen: unter Belastung. Für die Einordnung des Risikos ist das ein Unterschied.
Belastungs-EKG
Zwölf-Kanal-EKG unter definierter Steigerung auf dem Ergometer. Zeigt Rhythmusstörungen und Zeichen einer Minderdurchblutung, die im Ruhe-EKG unsichtbar bleiben, und liefert den Blutdruckverlauf unter Belastung. Mehr zum Belastungs-EKG
Belastungs-Echo
Ultraschall des Herzens vor und unmittelbar nach Belastung. Wandbewegungsstörungen, die erst unter Anstrengung auftreten, werden sichtbar – ebenso das Verhalten von Klappen und Pumpfunktion. Mehr zum Belastungs-Echo
VO₂max-Messung
Atemgasanalyse Atemzug für Atemzug während der Belastung. Die maximale Sauerstoffaufnahme gilt als einer der aussagekräftigsten Einzelwerte für die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit – und sie ist trainierbar. Mehr zur VO₂max-Messung
Ruhe-EKG
Grundlage jeder Einschätzung: Rhythmus, Erregungsleitung und Hinweise auf eine Verdickung des Herzmuskels. Bei Verdacht auf anfallsartiges Vorhofflimmern wird die Suche gezielt ausgeweitet.
Duplex-Sonographie
Farbkodierte Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern. Ablagerungen dort sind ein Spiegel dessen, was an den Herzkranzgefäßen passiert – schmerzfrei und ohne Strahlung sichtbar.
Lungenfunktion
Spirometrie mit Fluss-Volumen-Kurve. Trennt, ob eine Belastungsluftnot vom Herzen, von den Atemwegen oder von der Kondition kommt – eine Unterscheidung, die sich ohne Messung kaum treffen lässt.
ApoB und Lipoprotein(a)
ApoB zählt die atherogenen Partikel und ist aussagekräftiger als das Gesamtcholesterin. Lipoprotein(a) ist genetisch festgelegt und wird einmal im Leben bestimmt.
Körperzusammensetzung
Muskel- und Fettanteil statt Gewicht allein. Der Bauchumfang beziehungsweise das Taille-Hüft-Verhältnis gehört zu den neun INTERHEART-Faktoren und eignet sich gut zur Verlaufskontrolle.
Befund-Auswertung
Vorhandene Aufnahmen und Vorbefunde werten wir gemeinsam mit Blutdruck, Labor und Belastbarkeit aus. Einzelbefunde beantworten selten die Frage nach dem Mechanismus – erst im Zusammenhang ergibt sich, woran gearbeitet werden muss.
Die Untersuchungen werden ärztlich indiziert und ausgewertet. Preise nennen wir im Beratungsgespräch, weil Umfang und Kombination sich nach der Fragestellung richten. Akute Beschwerden gehören nicht in eine Vorsorgeuntersuchung, sondern sofort ärztlich abgeklärt.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest
Herz und Gefäße lassen sich nicht getrennt betrachten. Drei Bausteine, die sich in der Praxis bewährt haben.
Schlaganfall-Prävention
Dieselben Ablagerungen, anderes Zielorgan. Ursachen, Warnzeichen und Vorsorge rund um die hirnversorgenden Gefäße. Zur Schlaganfall-Prävention
CELLOMAP™ Longevity Check-up
Umfassende Bestandsaufnahme mit Labor, Körperzusammensetzung und ärztlicher Auswertung. Sinnvoll, wenn du nicht einzelne Werte, sondern das Gesamtbild sehen willst. Zum CELLOMAP™ Check-up
IHHT Höhentraining
Intervallartiges Hypoxie-Hyperoxie-Training, passiv im Liegen und ärztlich begleitet. Die Eignung wird vorher geprüft, gerade bei bekannter Herzerkrankung. Zum IHHT Höhentraining
Häufige Fragen
Herzgesundheit: Fragen, die uns oft gestellt werden
Was sind die Warnzeichen eines Herzinfarkts?
Typisch sind anhaltender Druck, Enge oder Brennen hinter dem Brustbein über mehr als fünf Minuten, oft mit Ausstrahlung in Arm, Schulter, Rücken, Hals, Kiefer oder Oberbauch, dazu Luftnot, kalter Schweiß, Übelkeit und Angst. Bei Frauen stehen häufiger Luftnot, Übelkeit, Rücken- oder Kieferschmerz und starke Erschöpfung im Vordergrund. Bei Verdacht gilt immer 112, nicht der Hausarzt und nicht der Bereitschaftsdienst.
Kann man einem Herzinfarkt vorbeugen?
Ein großer Teil des Risikos ist beeinflussbar. In der INTERHEART-Studie erklärten neun veränderbare Faktoren rund 90 Prozent des Infarktrisikos bei Männern und 94 Prozent bei Frauen – vor allem Blutfette, Rauchen, psychosoziale Belastung, Bauchumfang und Bluthochdruck. Eine Garantie gibt es nicht, aber die Größenordnung zeigt, wie viel Spielraum besteht.
Welche Untersuchungen sind zur Herzvorsorge sinnvoll?
Sinnvoll sind Blutdruckprofil, Lipidstatus einschließlich ApoB und einmalig Lipoprotein(a), HbA1c, ein EKG und eine Einschätzung der körperlichen Belastbarkeit. Mit Belastungs-EKG, Belastungs-Echokardiographie und Spiroergometrie mit VO₂max-Messung lässt sich beurteilen, wie Herz und Kreislauf unter Anstrengung reagieren – dort zeigen sich Auffälligkeiten früher als in Ruhe.
Warum reicht das Gesamtcholesterin nicht aus?
Das Gesamtcholesterin sagt wenig darüber aus, wie viele Partikel sich tatsächlich in der Gefäßwand ablagern. ApoB zählt genau diese Partikel und war in INTERHEART als ApoB/ApoA1-Verhältnis der stärkste Einzelfaktor. Ergänzend gehört Lipoprotein(a) einmal im Leben bestimmt, weil es genetisch festgelegt ist und bei hohen Werten die gesamte Risikoeinschätzung verändert.
Was sagt die VO₂max über mein Herzrisiko aus?
Die maximale Sauerstoffaufnahme beschreibt, wie viel Sauerstoff dein Körper unter Belastung verwerten kann. Sie gilt als einer der aussagekräftigsten Einzelwerte für die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit, die wiederum eng mit dem kardiovaskulären Risiko zusammenhängt. Anders als das Alter ist dieser Wert veränderbar: Regelmäßiges Ausdauertraining verbessert ihn messbar.
Ich habe keine Beschwerden. Ist ein Check trotzdem sinnvoll?
Beschwerdefreiheit schließt eine beginnende Gefäßerkrankung nicht aus. Die Herzkranzgefäße haben lange genug Reserve, damit in Ruhe nichts auffällt, und ein Infarkt entsteht häufig an einer Stelle, die vorher nur mäßig verengt war. Genau deshalb ist die Bestandsaufnahme im beschwerdefreien Zustand aussagekräftiger als jede Untersuchung im Nachhinein.
Ab welchem Alter sollte man sein Herz untersuchen lassen?
Ein fester Zeitpunkt für alle lässt sich nicht nennen. Sinnvoll ist eine Bestandsaufnahme, sobald ein Risikofaktor bekannt ist – Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes, Rauchen – oder wenn in der Familie Herzinfarkte in jüngeren Jahren vorgekommen sind. Lipoprotein(a) lohnt sich unabhängig davon einmal im Leben, weil der Wert sich nicht ändert.
Behandeln Sie einen akuten Herzinfarkt in der Praxis?
Nein. Der akute Herzinfarkt ist ein Notfall und gehört über den Rettungsdienst in eine Klinik mit Herzkatheterlabor, weil dort das verschlossene Gefäß innerhalb enger Zeitfenster wieder geöffnet werden kann. Unser Schwerpunkt liegt davor und danach: Risikoeinschätzung, Diagnostik unter Belastung und eine Prävention, die sich an deinem Befund orientiert.
Herz-Kreislauf-Check buchen
Basis in etwa 60 Minuten oder komplett mit Belastungsdiagnostik in etwa 120 Minuten. Der Kalender zeigt, was tatsächlich frei ist.
Für eine individuelle Einschätzung
Risiko erkennen, solange es sich noch ändern lässt.
Vereinbare einen Termin. Wir schauen uns Vorgeschichte, Werte und Belastbarkeit gemeinsam an und besprechen, welche Untersuchungen in deinem Fall sinnvoll sind – und welche nicht.
Eine Terminbuchung ist keine Behandlungszusage. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, wird vorab anhand von Vorgeschichte, Befund und Zielsetzung persönlich besprochen. Bei akuten Beschwerden wähle bitte 112.